WURZELN

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WURZELN

Gerald Asamoah ist Deutscher, seine Wurzeln liegen aber in Ghana. Dort wird er 1978 in der Kleinstadt Mampong geboren. Er gehört dem Stamm der Ashanti an, der einst über das gesamte Gebiet des heutigen Ghana herrschte. Gerald wächst ohne seine Eltern auf. Sein Vater William, ein Journalist bei der Ghanaian Times, war Mitglied der People Front Party, die in Opposition zum Ende der 1970er Jahre putschenden Militär stand. Verhaftungen drohten, und William Asamoah verließ das Land über Italien und Polen nach Deutschland. Seine Frau folgte ihm zwei Jahre später. Der kleine Gerald wird von seiner Großmutter großgezogen. Gemeinsam mit ihr und seinen beiden Schwestern Priscila und Rexmond leben Asamoah ein typisches, einfaches Dorfleben und besucht ein streng geführtes Internat. Auf den örtlichen Sandplätzen beginnt er barfuß das Fußballspielen. Im Alter von zwölf Jahren holen ihn seine Eltern zu sich nach Deutschland.

Dort lernt er erstmals seinen jüngeren, in der neuen Heimat geborenen Bruder Lewis kennen. Später gründet Gerald Asamoah hier seine Familie. Er heiratete seine Frau Linda, die er bereits seit Kindertagen kennt. Sie haben drei Kinder: die Zwillinge Jada und Jaden sowie die jüngste Tochter Jerilynn.

In Deutschland wird Asamoah zum Fußballstar – und hier fühlt er sich heimisch. Deshalb entscheidet er sich 2001 für den deutschen Pass und wird der erste schwarze, in Afrika geborene DFB-Nationalspieler. Doch seine Wurzeln vergisst er nie. Er hält Kontakt zur ghanaischen Community, spricht Twi und besucht sein Geburtsland regelmäßig. Dort betreibt er auch ein Hotel.

LACHEN

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LACHEN

Gerald Asamoah ist ein fröhlicher Mensch. Unverwüstlich optimistisch. Davon zeugt sein breites Lachen, das sich im Laufe seiner Karriere zu einem echten Markenzeichen entwickelte. Selbstverständlich ist das nicht, hat Asamoah doch so manch schwerwiegendes Hindernis in seinem Leben überwinden müssen. Dabei half ihm seine positive Sicht auf das Leben. „You can’t take away my happiness“ ist für ihn zum Ideal geworden. Er betont stets, dass er versucht, Probleme nach Möglichkeit einfach wegzulachen.

Dass Gerald Asamoah eine Frohnatur ist, wurde auch immer dann deutlich, wenn es zum Beispiel einen Titel zu feiern gab. Dann schnappte sich Asa gerne das Mikro und stimmte ausgelassen Lieder an. Seine Affinität für Musik nutzte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2006: Gerald legte auf expliziten Wunsch von DFB-Teamchef Jürgen Klinsmann in der Kabine die Songs auf und wurde daraufhin als „DJ Asamoah“ bekannt.

HERZ

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HERZ

„Ich sah schnell, wie Gerald war: hilfsbereit, ohne Allüren, mit einem großen Herzen für den Fußball und auch für seine Mitmenschen.“ MANUEL NEUER

Es mutet beinah ironisch an, dass jemand wie Gerald Asamoah, dessen Spiel immer von Herz, von Einsatz geprägt war, an einem Herzfehler leidet. Eine hypertrophe nicht-obstruktive Kardiomyopathie (HNCM), eine angeborene chronisch verdickte Herzscheidewand drohte seiner Karriere 1998 zu beenden, ehe sie erst richtig begonnen hatte: Nie wieder Fußball, ist die erschütternde Nachricht. Er ist damals gerade einmal 19 Jahre alt und hat alles auf die Karte Profifußball gesetzt. Nach einer wahren Ärzte-Odyssee kann ihm erst ein Herzspezialist in den USA helfen. Dort wird das Restrisiko auf weniger als ein Prozent beziffert. Gerald Asamoah entschließt sich, es selbst zu tragen, Medikamente zu nehmen und auf den Rasen zurückzukehren. Der Defibrillator steht fortan am Spielfeldrand und wird zum Symbol für Asamoahs mutige Lebensentscheidung.

Aber auch im metaphorischen Sinne spielt Herz für Gerald Asamoah eine große Rolle: Er spielt mit Herz, gibt auf dem Feld alles. Er ist offenherzig, interessiert sich für seine Mitmenschen, lässt Nähe zu, ist herzlich. Er hat ein großes Herz, er hilft und engagiert sich, nicht zuletzt mit seiner Stiftung für herzkranke Kinder.

WILLE & GLAUBE

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WILLE & GLAUBE

Gerald Asamoah ist ein Sportler, dem in seiner Laufbahn kaum etwas zufiel. Von den Sandplätzen Mampongs kämpfte er sich bis ins WM-Finale 2002. Und kämpfen ist hier genau der richtige Ausdruck: Asamoah war nie ein Schönspieler; niemand, der seine Gegner und Fans mit Übersteigern zu beeindrucken versuchte. Er malochte Fußball, liebte das Spiel und hasste das Verlieren. Und er wusste, wo er herkam. Das trieb ihn an.

Gerald Asamoah musste sich als Kind in einem neuen Land zurechtfinden und fasste Fuß. Er wurde als junger Mann mit einer karrierebedrohlichen Herzfehler-Diagnose konfrontiert und trotzte allen Abgesängen. Er wurde wegen seiner Herkunft und Hautfarbe angefeindet und zum deutschen Nationalspieler. An sich glauben, nicht aufgeben, sich Ziele setzen, dranbleiben und nachsetzen, Willensstärke – diese Werte wurden früh Teil von Geralds Persönlichkeit.

Wie auch sein Glaube. Gerald Asamoah ist bekennender Christ. So wurde er erzogen. Er betont stets, wie entscheidend sein Vertrauen auf Gott für seinen Lebensweg war und ist. In stürmischen Zeiten, besonders in den Monaten der Ungewissheit nach seiner Herzfehlerdiagnose, fand Asamoah Halt in seinem Glauben. Als Profispieler betete er vor jedem Spiel und bat um Gottes Beistand. Er liest in der Bibel, singt gelegentlich Gospel und besucht regelmäßig die Kirche.

An einen Fußballgott glaubt Gerald Asamoah übrigens nicht …

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